Leben in der Gemeinschaft
Gesprächs- und Streitkultur
Erzieherische Leitlinie:
- Unsere Schule vermittelt den Kindern Strategien zum selbstständigen Lösen von Problemen.
- Rücksichtsvoller Umgang miteinander, verantwortungsbewusstes Handeln sowie Akzeptanz und Toleranz des Anderen haben einen besonderen Wert.
- Die Lehrer unserer Schule verstehen sich auch hierbei als Vorbild.
- Wir bemühen uns, Kinder in ihren Stärken zu fördern statt Schwächen zu betonen. Daher legen wir großen Wert darauf, positives Verhalten zu loben und zu verstärken.
Problematisches Verhalten wird von uns direkt angesprochen und es wird gemeinsam versucht, Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln.
- Es ist uns wichtig, dass nach einem Konflikt eine Lösung gefunden wird, aus der alle als „Gewinner“ hervorgehen („win-win-Strategie“). Dabei halten wir es für selbstverständlich, dass sich Kinder und Lehrer entschuldigen können, einander zuhören und den Anderen ausreden lassen.
- Diese Strategie muss jedoch immer wieder betont und eingeübt werden.
- Eltern und Kinder werden von den Lehrern regelmäßig und gezielt über Sozial- und Arbeitsverhalten informier
Ab Klasse 1/2 wird ein „Klassenrat“ eingerichtet, der wöchentlich Ereignisse und Probleme der Klasse bilanziert und, falls nötig, zu lösen versucht. Durch die Einführung der Klassenratsstunde werden Pausen- und Schulwegprobleme nicht immer sofort behandelt; die Kinder schreiben sie auf und sammeln sie zum Beispiel an einer Pinnwand, bis der Klassenrat tagt. Dadurch können die Kinder sicher sein, dass ihre Probleme Gehör finden. Die Aufgeregtheiten in und nach der Pause lassen dadurch spürbar nach. Viele kleinere Probleme lösen sich dabei „von alleine“ und es ist genügend Zeit, um auf größere Schwierigkeiten einzugehen. Selbstverständlich werden im Klassenrat auch die genannten Konfliktlösungsstrategien wiederholt und angewendet.
Auch im Sportunterricht und bei Spielen in der Klasse wird faires Verhalten eingeübt und besonders hervorgehoben.
In Partner- und Gruppenarbeiten werden Gesprächsregeln und -formen des Miteinanders eingeübt und gefördert.
Erziehungsvereinbarungen
Im Rahmen der Arbeit am Achtsamkeitskonzept der Schule sind die Erziehungsvereinbarungen entwickelt worden. Ein Team aus Eltern. Lehrern und Schulleitung hat sich auf den Weg gemacht, sich an verlässliche und gemeinsame Vereinbarungen in der Erziehung in Schule und Elternhaus zum Wohle der Kinder zu erinnern und einzuhalten. Wir wollen damit ein
- ein gemeinsames Verständnis von Erziehungsaufgaben schaffen
- einen achtsamen, respektvollen und wertschätzenden Umgang im täglichen Miteinander pflegen
- Aufeinander hören-voneinander lernen
- Vorbild sein
Die getroffenen Absprachen und Erziehungsvereinbarungen sind Grundlage unseres täglichen Miteinanders
aller Erwachsenen, die an der Erziehung der Kinder beteiligt sind.
Werteerziehung
Warum?
Im Unterricht und über den Unterricht hinaus werden Grundwerte des menschlichen Zusammenlebens vermittelt, da es ein generelles Ziel ist, Schülerinnen und Schüler zu sozialer Kompetenz und verantwortlichem Handeln zu verhelfen. Fachliches und soziales Lernen sollen auf das Leben in einer zwar leistungsorientierten aber vor allem auch humanen Gesellschaft vorbereiten.
Respekt, Achtsamkeit und der würdevolle und wertschätzende Umgang mit dem Gegenüber sind Grundhaltungen, die wir Erwachsene: Lehrerinnen, BetreuerInnen und Eltern unseren Kindern vorleben und beibringen wollen.
Was?
Unsere Schülerinnen und Schüler brauchen eine Erziehung, die auf der Basis unserer demokratischen Werte und Traditionen die Hoffnungen und Ziele vermittelt, für die es sich ein- zusetzen gilt. Sie sollen wissen, dass sie den Mitmenschen und ihrer Umwelt gegenüber eine besondere Verantwortung haben.
Der tägliche Umgang miteinander gründet sich auf Wertschätzung, Toleranz und gegenseitige Achtung. Jeder hat Rechte und Pflichten. Diese sind in Regeln formuliert und von jedem verbindlich einzuhalten. Der Regelkatalog wird von der Gesamtkonferenz gemeinsam festgelegt und ist Bestandteil der Schulordnung. Wertschätzung, Toleranz, gegenseitige Achtung und das Einhalten von Regeln werden durch das Einüben folgender Verhaltensweisen ergänzt:
- Rücksichtnahme
- Hilfsbereitschaft und die Fähigkeit Hilfe anzunehmen
- Höflichkeit
- Verlässlichkeit
- Aufrichtigkeit
- Pflichtbewusstsein
- Übernahme von Verantwortung für sich und andere
- Kritik aushalten können
- Pünktlichkeit
- Ordnung
- Respekt vor fremdem Eigentum
Ebenso wichtig sind Erziehung zur Selbstständigkeit im Denken und Handeln sowie die Stärkung des Selbstwertgefühls.
Unser Schulleben basiert auf der Grundlage gegenseitigen Respekts und Vertrauens. Alle beteiligten Personen streben eine positive Atmosphäre an. Unsere Schülerinnen und Schüler erfahren grundlegende Vereinbarungen zum Zusammenleben:
- Erziehung durch Vorbild (z.B. Lehrerinnen und Lehrer, ältere Schülerinnen und Schüler)
- freundlicher Umgang miteinander
- insbesondere freundliche und verständnisvolle Zuwendung der LehrerInnen gegenüber den Kindern
- konsequentes Einhalten von Gesprächsregeln
- Einübung von Konfliktbewältigungsstrategien
- gewissenhafte Aufsichten durch Lehrer
- sich gegenseitig ernst nehmen
- Patenschaften (auch klassenübergreifend) z.B. Lesepaten, Rechenpaten
auch möglich: Patenschaften durch Eltern für Kinder, die besonders betreut werden müssen, z.B. regelmäßige Hausaufgabenhilfe
Wer?
Die bisher beschriebene erzieherische Arbeit neben der alltäglichen Unterrichtsarbeit und den geforderten Inhalten zu leisten, ist sicher eine große Herausforderung. Wie in allen an- deren Bereichen auch sind die Voraussetzungen bei den Schülerinnen und Schülern durch Erfahrungen im Elternhaus und im Kindergarten sehr unterschiedlich. Für einige Kinder sind die angestrebten Verhaltensweisen selbstverständlich, anderen sind sie völlig unbekannt.
Der Erziehungsauftrag für das einzelne Kind darf und kann nicht allein an die Schule abgegeben werden. Der Hauptteil der Erziehung liegt in den Händen der Eltern. Dieser Aufgabe haben Eltern gewissenhaft nachzukommen. Schule und Elternhaus müssen zusammenarbeiten. Wir brauchen intensive, unterstützende erzieherische Mitarbeit der Eltern.
Formen der Zusammenarbeit
Elternmitarbeit
Die Einbeziehung der Eltern in den Unterricht und andere schulische Aktivitäten ist dem Kollegium sehr wichtig und findet regelmäßig statt. Im Unterricht unterstützen viele Eltern als „Lesemütter oder -väter“ die Kinder in ihrem Leselernprozess. In einer festgelegten Stunde haben die Kinder die Möglichkeit länger und öfter vorzulesen als im Klassenverband.
Bei Unterrichtsgängen, Ausflügen oder Klassenfahrten nehmen regelmäßig Eltern als Unterstützung der Aufsicht teil. Im Unterricht gibt die Schule den Eltern die Möglichkeit, außerschulische Erfahrungen aus ihrer Berufs- und Freizeitwelt einzubringen.
Um die besonderen schulischen Aktivitäten stattfinden zu lassen, bedarf es immer wieder der Mitarbeit der Eltern.
Bei den jährlich stattfindenden Bundesjugendspielen unterstützen die Eltern die Lehrer beim Messen der sportlichen Leistungen der Kinder.
Jedes Jahr erneut tragen viele Eltern auch zum Gelingen des Musicals mit viel Engagement bei: Sie bauen Kulissen, nähen Kostüme und organisieren Requisiten.
Besonders intensive Zusammenarbeit mit der Schule findet bei unseren verschiedenen Festen, Projektwochenausstellungen, beim Sponsorenlauf und dergleichen statt. Hier beteiligen sich alle Klassen unter einem gemeinsamen Motto mit unterschiedlichen Darbietungen, Spiel-, Bastel- und Essensangeboten. Die Eltern beteiligen sich bei der Betreuung der Stände sowie bei deren Auf- und Abbau, beim Kuchenverkauf und bei der Zubereitung der angebotenen Speisen und Getränke. Dies erfordert eine enge Zusammenarbeit mit den jeweiligen Klassenlehrer/innen.
Elterncafe
Das Elterncafé soll die Gelegenheit bieten, ins Gespräch zu kommen, sich auszutauschen und vor allem sich über die Klassen hinaus kennenzulernen. Bei Kaffee und Tee sowie selbstgebackenen internationalen Kuchen trifft man sich und plaudert. Die Idee hinter dem Elterncafé ist es, den interkulturellen Austausch an der Silberbachschule zu fördern.
Unser Motto hierzu: „Wir sind alle verschieden und haben doch ein gemeinsames Ziel: das Wohl unserer Kinder!“
Darüber hinaus finden Eltern hier auch Hilfestellungen aller Art im informellen Austausch mit anderen Eltern und Vertretern der Schule. Es ist angedacht die Elterncafés langfristig mit Themen bzw. Mottos zu füllen. Anregungen hierzu werden gerne gesehen. Aber auch beim Elterncafé gilt: jede gute Idee lebt durch den Einsatz eines tollen Teams, das sie umsetzt. Wenn auch Sie Lust haben an der Schule Ihres Kindes aktiv mitzuwirken und Teil eines engagierten Teams zu werden, dann sprechen Sie uns einfach beim nächsten Elterncafé an. Wir freuen uns auf Sie!
Im Kollegium
Die Zusammenarbeit des Kollegiums findet im Rahmen von wöchentlichen Jahrgangsstufentreffen, Kooperationstreffen, Gesamtkonferenzen, Fach- und Klassenkonferenzen statt. Dabei werden sowohl die Gestaltung und Planung des Unterrichts als auch pädagogische Fragen gemeinsam besprochen.
Einmal im Schulhalbjahr findet der „Pädagogische Tag“ statt, der zu einem bestimmten, aktuell wichtigen Thema durchgeführt wird.
Neue Kolleginnen, die aus anderen Schulen zu uns kommen, bringen neue Ideen und andere Gewohnheiten mit, die in Einklang mit den bestehenden Vereinbarungen und Gewohnheiten unter den Kolleginnen zu bringen sind. Daraus bieten sich für das bestehende Kollegium neue Möglichkeiten und Chancen, doch sollen für gut befundene Vereinbarungen nicht auf- gegeben werden. Deshalb finden mit allen neuen Kolleginnen oder auch Referendarinnen viele Gespräche statt, um eine gute Zusammenarbeit zu ermöglichen. Ein Handbuch sowie die Erarbeitung der schuleigenen Curricula erleichtern neuen Kolleginnen den Einstieg und bieten Orientierung.
Beratungsangebote
Um den gemeinsamen Erziehungsauftrag von Eltern und Lehrern zu verwirklichen ist es sinnvoll, möglichst intensiv mit den Eltern oder den Erziehungsberechtigten des Kindes zusammen zu arbeiten. Für die meisten Lehrerinnen ist es selbstverständlich, bei dringenden Problemen auch kurzfristige Gesprächstermine zu vereinbaren. Als Träger der Nachrichten gilt das Schülerbuch der Kinder. Wir beraten Eltern vor allem in folgenden Situationen:
- in der Schuleingangsphase
- bei auffälligem Verhalten des Kindes (spezifische Einzelproblematik)
- bei Schwierigkeiten im Zusammenleben mit anderen Kindern (Probleme mit der Gruppe)
- bei Schwierigkeiten im Umgang mit schulischen Anforderungen, z.B. im Erledigen von Hausaufgaben -
- bei Schwierigkeiten in allen schulischen Bereichen des Lernens (Leserechtschreibschwierigkeiten, Umgang mit Dyskalkulie u.a.)
- bei Störungen im Sprachentwicklungsprozess
- bei Störungen in der Motorik - bei Übergang in die weiterführende Schule (Beratung zur Wahl der geeigneten Schulform)
Zu den notwendigen Einzelgesprächen in den oben genannten Bereichen finden ergänzend in allen Jahrgängen Elternsprechtage statt. Wir arbeiten in Beratungssituationen mit vielfältigen außerschulischen Einrichtungen zusammen u.a. mit der Schulpsychologin, dem Beratungs- und Förderzentrum (BFZ) der Janusz – Korczak - Schule und nach Absprache mit den Eltern mit der Erziehungsberatungsstelle Idstein. Des Weiteren arbeiten wir verschiedenen Kinder- und Jugendpsychiatrischen Ambulanzen und mit der Frühförderstelle Taunusstein zusammen. Unser stetes Anliegen ist es, in enger Kooperation mit allen Beteiligten die bestmögliche Unterstützung für das Kind zu bieten.